HOT-CARD-Warnung bei der Nikon Z8: Bei meiner Veranstaltungsfotografie im Hochsommer wurden meine CFexpress-Typ-B-Karten mit 128 GB überraschend schnell heiß. Ich schildere meine Erfahrungen mit Lexar SILVER und GOLD, die Rückmeldung von Nikon Professional Services und meine Suche nach einer passenden Alternative. Die Delkin POWER G4 mit 128 GB ist dabei ein möglicher Kandidat, den ich bisher noch nicht selbst getestet habe.
Meine Erfahrungen mit der Nikon Z8
Seit Anfang Juni 2026 arbeite ich mit einer Nikon Z8. Mit der Kamera bin ich grundsätzlich sehr zufrieden. Ein Thema beschäftigt mich inzwischen allerdings deutlich mehr, als ich beim Kauf erwartet hätte: die Wärmeentwicklung der CFexpress-Karten und die HOT-CARD-Warnung.
Eigentlich suche ich etwas ziemlich Einfaches: eine zuverlässige CFexpress-Typ-B-Karte mit 128 GB, die bei meiner normalen Veranstaltungsfotografie nicht innerhalb kurzer Zeit so heiß wird, dass die Kamera eine Warnung ausgibt.
Inzwischen merke ich allerdings, dass die Suche komplizierter ist als gedacht.
Meine Arbeitsweise beginnt schon vor dem Auslösen
Vielleicht muss ich zunächst erklären, wie ich überhaupt fotografiere. Für mich beginnt eine effiziente Bildbearbeitung bereits bei der Aufnahme.
Ich versuche meine Bilder möglichst formatfüllend und mit einem fertigen Bildaufbau zu fotografieren. Ich möchte später möglichst wenig croppen und möglichst wenig am Bildausschnitt korrigieren müssen.
Das ist für mich nicht nur eine Frage der Bildgestaltung. Es hat einen ganz praktischen Grund: Ich möchte so wenig Zeit wie möglich vor dem Computer verbringen.
Wenn bei einer Veranstaltung viele hundert Aufnahmen entstehen, summiert sich jede zusätzliche Bearbeitung. Wenn der Bildausschnitt schon bei der Aufnahme stimmt, muss ich später nicht jedes Foto noch einmal neu komponieren.
Die Bildgestaltung gehört für mich deshalb möglichst in den Moment der Aufnahme und nicht erst nachträglich nach Lightroom.
Warum mir 6 bis 8 Bilder pro Sekunde reichen
Auch bei der Serienbildgeschwindigkeit arbeite ich eher pragmatisch. In der Regel reichen mir 6 bis 8 Bilder pro Sekunde vollkommen aus.
Mehr möchte ich meistens gar nicht haben. Schließlich muss ich die Aufnahmen später auch alle ansehen und auswählen.
Trotzdem ist die Serienbildgeschwindigkeit für meine Arbeit wichtig. Ein typisches Beispiel ist ein Redner, der überwiegend von einem Manuskript abliest und nur für einen kurzen Moment ins Publikum schaut.
Genau diesen Moment mit Blickkontakt möchte ich erwischen. Eine kurze Serie mit 6 bis 8 Bildern pro Sekunde erhöht die Chance deutlich, den richtigen Blick und Gesichtsausdruck zu fotografieren.
Das war seinerzeit auch einer der Gründe für meinen Wechsel von der Nikon D810 auf die Nikon Z6 II. Die höhere Serienbildgeschwindigkeit war für meine Veranstaltungsfotografie ein echter Vorteil.
Ich würde meine Arbeitsweise deshalb nicht als extreme Belastung für eine Nikon Z8 bezeichnen. Ich fotografiere keine minutenlangen Serien mit maximaler Geschwindigkeit.
45,7 Megapixel brauche ich eigentlich gar nicht
Die Nikon Z8 liefert mit ihren 45,7 Megapixeln deutlich mehr Auflösung als meine Nikon Z6 II mit rund 24 Megapixeln.
Für meine Veranstaltungsfotografie würden mir die 24 Megapixel der Z6 II eigentlich vollkommen ausreichen. Gerade weil ich schon beim Fotografieren versuche, den endgültigen Bildausschnitt zu treffen, brauche ich die 45,7 Megapixel nicht als große Reserve für späteres Croppen.
Natürlich nehme ich die hohe Auflösung der Z8 gerne mit. Die großen Dateien müssen aber trotzdem durch meinen Lightroom-Workflow und irgendwann auch dauerhaft gespeichert werden.
Deshalb fotografiere ich mit der Z8 im HE*-RAW-Format. Die volle Auflösung von 45,7 Megapixeln bleibt erhalten, gleichzeitig bleiben die RAW-Dateien deutlich überschaubarer.
Das ist mir wichtig, denn jede Festplatte ist irgendwann voll.
Auf die Festplatte kommt bei mir nicht automatisch alles
Auch nach einer Veranstaltung versuche ich die Datenmenge bewusst klein zu halten.
Bei kurzen Serien mit 6 bis 8 Bildern pro Sekunde entstehen zwangsläufig mehrere ähnliche Aufnahmen. Deshalb schaue ich die Bilder zunächst genau durch.
Dauerhaft auf meiner Festplatte landen nur die Fotos, die fotografisch gelungen sind und tatsächlich weiterbearbeitet werden sollen.
Ich möchte nicht Tausende fast identische oder technisch nicht benötigte Bilder dauerhaft speichern, nur weil genügend Festplattenplatz vorhanden ist.
Mein Ziel ist eigentlich recht einfach: möglichst genau fotografieren, anschließend konsequent auswählen und danach möglichst wenig unnötige Zeit mit Bildbearbeitung und Datenverwaltung verbringen.
Warum ich weiterhin 128-GB-Karten verwenden möchte
Auch meine Wahl von 128 GB ist Teil dieses Workflows und keine zufällige Entscheidung.
Meine beiden Nikon Z6 II habe ich 2020 beziehungsweise 2021 gekauft. Damals waren Speicherkarten mit 256 GB für mich noch vergleichsweise teuer.
Bei den Dateigrößen der Z6 II von ungefähr 30 MB pro Aufnahme bin ich bei meinen Veranstaltungsjobs mit 128 GB sehr gut ausgekommen.
Auf der SD-Seite verwende ich bis heute hauptsächlich Lexar SILVER SDXC UHS-II mit 128 GB und V60.
Dazu verwende ich eine CFexpress-Karte mit ebenfalls 128 GB. Die Kamera schreibt die Aufnahmen parallel auf beide Karten.
Damit habe ich bereits während des Fotografierens zwei Kopien meiner Bilder auf zwei getrennten Speichermedien.
Dieses Sicherheitskonzept möchte ich auch mit der Z8 beibehalten.
Durch HE* bleiben die Dateien für mich so überschaubar, dass ich bei den meisten Veranstaltungen weiterhin mit einem Paar aus 128 GB CFexpress und 128 GB SD durch den Tag komme.
Bei größeren Jobs brauche ich gelegentlich ein zweites Kartenpaar. Auch das ist für mich völlig in Ordnung.
Die beiden Karten haben nach dem Auftrag unterschiedliche Aufgaben
Nach einem Auftrag trenne ich die Aufgaben meiner beiden Speicherkarten.
Nachdem die Bilder gesichert sind, kann die CFexpress-Karte wieder für den nächsten Einsatz verwendet werden.
Die SD-Karte bleibt bei mir dagegen zunächst als zusätzliche Sicherheitskopie des kompletten Auftrags erhalten.
Die ausgewählten Bilder kommen auf meine Festplatte, werden bearbeitet und archiviert. Die SD-Karte mit den Originalaufnahmen bleibt unangetastet, bis der Auftrag abgeschlossen und bezahlt ist.
Erst danach wird auch diese Karte wieder für einen neuen Auftrag freigegeben.
Deshalb möchte ich möglichst keine 128-GB- und 256-GB-Karten miteinander mischen. 128 GB auf CFexpress und 128 GB auf SD passen sehr gut zu meinem bestehenden Workflow.
Dann kam die HOT-CARD-Warnung
Die ersten Probleme hatte ich mit einer Lexar SILVER CFexpress Typ B mit 128 GB.
Bei einem Einsatz im Hochsommer wurde die Karte sehr heiß und die Nikon Z8 zeigte eine HOT-CARD-Warnung an.
Bei Außentemperaturen von über 30 °C konnte ich zunächst noch nachvollziehen, dass Kamera und Speicherkarte irgendwann sehr warm werden.
Dann passierte allerdings etwas, das mich deutlich skeptischer gemacht hat.
Bei einem späteren Indoor-Einsatz erschien die HOT-CARD-Warnung bereits nach ungefähr einer Minute und 112 Aufnahmen.
Damit ließ sich das Problem für mich nicht mehr einfach mit Hochsommer, direkter Sonneneinstrahlung oder außergewöhnlicher Belastung erklären.
Bei den hier beschriebenen Einsätzen war auf meiner Nikon Z8 die Firmware 3.10 installiert. Inzwischen hat Nikon die Version 3.11 veröffentlicht. Eine Behebung der HOT-CARD-Problematik oder eine verbesserte Temperaturregelung der Speicherkarten wird in den offiziellen Änderungshinweisen zu diesem Update nicht genannt.
Ich habe mich bewusst an Nikon orientiert
Ich wollte nun nicht wahllos irgendwelche CFexpress-Karten kaufen und ausprobieren.
Deshalb habe ich mich bei meiner nächsten Karte bewusst an einer Nikon-Empfehlung orientiert und eine Lexar GOLD CFexpress Typ B mit 128 GB gekauft.
Meine Überlegung war eigentlich einfach: Wenn ich mich schon an den Empfehlungen des Kameraherstellers orientiere, sollte ich damit möglichst auf der sicheren Seite sein.
Leider hat sich das bei mir nicht bestätigt.
Auch die Lexar GOLD 128 GB wurde in meiner Z8 sehr schnell heiß.
Damit war für mich klar, dass der einfache Wechsel von einer Lexar SILVER zu einer Lexar GOLD mein Problem nicht löst.
Was sagt Nikon Professional Services?
Daraufhin habe ich meine Erfahrungen ausführlich dem Nikon Professional Service in Düsseldorf geschildert.
NPS teilte mir mit, dass HOT-CARD-Warnungen gerade bei Fotoaufnahmen mit der Z8 eher selten seien. Bei Sonneneinstrahlung und Außentemperaturen von über 30 °C könnten sie allerdings durchaus auftreten.
Den Hinweis auf Temperaturen über 30 °C kann ich für meinen ersten Fall nachvollziehen.
Er erklärt für mich aber nicht den späteren Indoor-Einsatz, bei dem die Warnung bereits nach ungefähr einer Minute und 112 Aufnahmen erschien.
NPS schrieb mir außerdem, dass man gute Erfahrungen mit Angelbird- und Lexar-Diamond-Karten gemacht habe, auch im Hinblick auf Videoaufnahmen.
Zusätzlich wurde mir angeboten, meine Z8 bei Nikon überprüfen zu lassen.
Und genau hier beginnt mein Dilemma
Ich habe mich bei meinen Speicherkarten bisher bewusst an den Empfehlungen von Nikon orientiert.
Trotzdem bin ich mit meiner Lexar GOLD 128 GB hinsichtlich der Wärmeentwicklung nicht weitergekommen.
Nun könnte ich natürlich eine Angelbird oder eine Lexar Diamond kaufen und den nächsten Versuch starten.
Aber CFexpress-Karten sind inzwischen alles andere als billig. Gerade die von NPS genannten Alternativen liegen in einer Preisregion, bei der ich nicht einfach mehrere Karten kaufen möchte, nur um herauszufinden, welche davon in meiner Z8 möglicherweise weniger heiß wird.
Damit stellt sich für mich inzwischen eine ziemlich einfache Frage:
Wie viele teure Speicherkarten soll ich auf eigene Kosten kaufen und selbst ausprobieren, bis ich eine Kombination finde, die in meiner Z8 thermisch unauffällig funktioniert?
Warum werden manche CFexpress-Karten heißer als andere?
Genau das würde mich inzwischen besonders interessieren.
Eine CFexpress-Karte ist technisch deutlich mehr als nur ein Speicherchip. Im Inneren arbeiten Flash-Speicher, Controller und eine schnelle PCIe-Schnittstelle. Dabei entsteht Wärme.
Eine hohe Schreibgeschwindigkeit allein sagt deshalb noch nicht, wie warm eine Karte im praktischen Betrieb wird.
Zwei Karten mit ähnlicher Leistung können sich thermisch durchaus unterschiedlich verhalten.
Für meinen Workflow ist deshalb nicht die schnellste CFexpress-Karte automatisch die beste Karte.
Ich brauche eine Karte, die meine kurzen Serien mit 6 bis 8 Bildern pro Sekunde zuverlässig verarbeitet und dabei möglichst wenig Wärme entwickelt.
Kann sich die Wärme in der Kamera gegenseitig verstärken?
Mich beschäftigt außerdem die Frage, wie stark sich die verschiedenen Wärmequellen innerhalb der Kamera gegenseitig beeinflussen.
Die CFexpress-Karte erzeugt Wärme. Der Akku erzeugt Wärme. Auch die Elektronik der Kamera produziert Wärme.
All das sitzt in einem relativ kompakten Gehäuse und diese Wärme muss anschließend wieder nach außen abgeführt werden.
Ich möchte daraus nicht vorschnell ableiten, dass beispielsweise der Akku direkt die Speicherkarte aufheizt.
Aber die Frage liegt natürlich nahe, ob sich mehrere warme Komponenten innerhalb der Kamera gegenseitig beeinflussen und die Temperatur dadurch weiter ansteigt.
Ist die größere Nikon Z9 thermisch im Vorteil?
In diesem Zusammenhang frage ich mich natürlich auch, ob das größere Gehäuse der Nikon Z9 bei solchen Situationen Vorteile hat.
Die Z9 ist anders aufgebaut und auch der große Akku sitzt konstruktiv an einer anderen Position.
Ob daraus in der Praxis tatsächlich ein thermischer Vorteil bei CFexpress-Karten entsteht, weiß ich nicht.
Interessant wäre deshalb ein direkter Vergleich derselben Karte unter ähnlichen Bedingungen in einer Z8 und einer Z9.
Die Kamera ständig ausschalten ist für mich keine Lösung
Natürlich könnte man versuchen, die Kamera während einer Veranstaltung häufiger auszuschalten oder mehrere CFexpress-Karten mitzunehmen und regelmäßig zu wechseln.
Für mich wäre das allerdings keine zufriedenstellende Dauerlösung.
Bei einem Auftrag möchte ich mich auf das konzentrieren, was vor meiner Kamera passiert.
Ich möchte nicht ständig darüber nachdenken müssen, wie warm meine Speicherkarte inzwischen geworden ist oder ob ich vorsorglich die Kamera ausschalten sollte.
Gerade bei kurzen Situationen wie dem Blick eines Redners ins Publikum kann ich schlecht sagen: Moment, meine Speicherkarte muss gerade abkühlen.
Deshalb bin ich auf Delkin gestoßen
Bei meiner Suche nach einer bezahlbaren Alternative bin ich inzwischen auf die Delkin Power CFexpress Type B G4 mit 128 GB gestoßen.
Dabei ist mir wichtig zu sagen: Ich weiß bisher nicht, ob diese Karte in meiner Nikon Z8 tatsächlich weniger heiß wird.
Die Delkin ist für mich noch keine gefundene Lösung, sondern zunächst ein interessanter Kandidat.
Interessant ist sie für mich vor allem deshalb, weil die 128-GB-Version preislich deutlich unter den von mir betrachteten Alternativen von Angelbird oder Lexar Diamond liegt. Je nach Angebot können rund 100 Euro Unterschied zusammenkommen.
Wenn ich eine Speicherkarte erst selbst auf ihr thermisches Verhalten testen muss, spielt dieser Preisunterschied natürlich eine Rolle.
Eine günstigere Karte ist aber selbstverständlich nicht automatisch eine kühlere Karte.
Genau das müsste sich erst im praktischen Einsatz zeigen.
Was ich eigentlich suche
Ich suche keine Rekordkarte und ich brauche auch keine möglichst große Speicherkapazität.
Ich suche eine CFexpress Typ B mit 128 GB, die zu meinem bestehenden Workflow passt und bei meiner normalen Veranstaltungsfotografie zuverlässig funktioniert.
- 128 GB Kapazität
- zuverlässiger Einsatz in der Nikon Z8
- 6 bis 8 Bilder pro Sekunde problemlos verarbeiten
- möglichst geringe Wärmeentwicklung
- keine HOT-CARD-Warnung bei normaler Veranstaltungsfotografie
- ein Preis, bei dem ein eigener Praxistest noch vertretbar ist
Und genau deshalb interessiert mich inzwischen viel weniger, welche Karte auf dem Papier die höchste Geschwindigkeit erreicht.
Mich interessiert, welche Karte in der Nikon Z8 im echten fotografischen Alltag zuverlässig funktioniert.
Jetzt interessiert mich eure Erfahrung
Vielleicht gibt es unter den Lesern Fotografen, die mit der Nikon Z8 bereits länger arbeiten.
Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen im Kommentarfeld freuen.
Welche CFexpress-Typ-B-Karte verwendet ihr in eurer Nikon Z8?
Besonders hilfreich wäre für mich, wenn ihr kurz dazuschreibt:
- Hersteller und genaue Bezeichnung der CFexpress-Karte
- Kapazität
- ob ihr hauptsächlich fotografiert oder filmt
- mit welcher Serienbildgeschwindigkeit ihr ungefähr arbeitet
- ob die Karte deutlich warm oder heiß wird
- ob ihr bereits eine HOT-CARD-Warnung erlebt habt
- und unter welchen Bedingungen die Warnung aufgetreten ist
Besonders interessieren mich Erfahrungen mit 128-GB-Karten und natürlich mit der Delkin Power G4 128 GB.
Aber auch Erfahrungen mit Lexar SILVER, Lexar GOLD, Lexar Diamond, Angelbird oder anderen CFexpress-Typ-B-Karten sind interessant.
Vielleicht bekommen wir über die Kommentare gemeinsam ein klareres Bild davon, welche Karten in der Nikon Z8 nicht nur schnell, sondern auch thermisch zuverlässig funktionieren.
Ich freue mich über jeden praktischen Erfahrungswert.